Selbstständiges Denken und verantwortungsvolles Handeln sind die Basis für eine lebendige Gesellschaft. Die Wurzeln dafür werden in der Kindheit und Jugendzeit gelegt und können durch Erziehung und Bildung beeinflusst werden. Das Ziel der Entrepreneurship Education ist, dass Menschen lernen, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Durch Entrepreneurship lernen Jugendliche, wie sie an der Gesellschaft partizipieren können, welche Gestaltungsmöglichkeiten sie haben – vielfältige Lebensperspektiven werden dadurch real.

 

Ansätze der Entrepreneurship Education für Jugendliche

Im Schulwesen bestehen verschiedene Ansätze der Entrepreneurship Erziehung - derzeit insbesondere im Bereich der Sekundarstufe II. In den nächsten Jahren wird auch an der Stärkung in der Primar- und Sekundarstufe I gearbeitet, bzw. die Ansätze in der Sekundarstufe II verbreitert.

Die Ansätze reichen von der Verankerung der Entrepreneurship Erziehung als Unterrichtsprinzip in verschiedenen Lehrplänen, über didaktische Interpretationen bestehender Unterrichtsfächer - insbesondere den Wirtschaftsunterricht und das Projektmanagement - bzw. die Stärkung des Entrepreneurship Gedankens in der Übungsfirmenarbeit und neuen Unterrichtsfächern in Form von Ausbildungsschwerpunkten bzw. Wahlfächern (z. B. das Projekt Junior mit den Miniunternehmen), bis hin zum ambitionierten Modell Schumpeter Handelsakademie.

 

Das TRIO-Modell

In den neuen Lehrplänen der berufsbildenden Schulen wird Entrepreneurship als Unterrichtsprinzip (mit einem transversalen Zugang) und in vielen verschiedenen Unterrichtsfächern verankert. Im Zentrum steht die Förderung eines Entrepreneurial Mindset, das eine Denkweise und Haltung für die Entwicklung und Umsetzung von neuen Ideen fördert.

Entrepreneurship Education für Jugendliche beschränkt sich allerdings nicht auf ein Konzept "Jungunternehmer/innen-Kaderschmiede", sondern stärkt ein Entrepreneurial Mindset, eine Einstellung, die das Verhalten in vielen Arbeitsaktivitäten und im Alltagsleben prägen kann. Das TRIO-Modell zeigt, wie wir Entrepreneurship definieren. Es umfasst drei Bereiche:

Unter Core Entrepreneurial Education verstehen wir die Basisqualifikation unternehmerischen Denkens und Handelns, sprich die Sachkompetenz, Ideen zu erkennen und umzusetzen.

Entrepreneurial Culture bedeutet die Förderung von Selbstkompetenz im sozialen Umfeld. Wir sprechen von einer Kultur der Offenheit für Neuerungen, der Empathie, Teamfähigkeit und Kreativität, aber auch von Risikobereitschaft und -bewusstsein.

Entrepreneurial Civic Education dreht sich um die Stärkung der Sozialkompetenz als Staatsbürger/in. Denn Demokratiebewusstsein und Selbstreflexion helfen jungen Menschen, die eigene Meinung zu äußern sowie Verantwortung für sich, andere und die Umwelt zu übernehmen.

 

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Der Referenzrahmen für Entrepreneurship Education

Es gibt vielfältige Ausprägungen an Kompetenzen. Zur besseren Orientierung haben wir diese im Youth Start Referenzrahmen für Entrepreneurship Kompetenzen zusammengefasst, welcher eine Orientierung für den Prozess des Lernens über die verschiedenen Lernbereiche hinweg bietet und sich am Progession-Modell-Denken orientiert. 

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Die drei Hauptkategorien sind Ideen entwickeln, Ideen umsetzen und Nachhaltig denken. Zusätzlich sind die jeweiligen Anforderungen in Lernniveaus von A1 bis C2 unterteilt. Die Beschreibungen der Kompetenzen reichen von "Ich kann kreativ Ideen entwickeln" über "Ich kann unternehmerische Risiken an Hand von Fallbeispielen evaluieren" bis zu "Ich erkenne ethische Probleme und löse sie". Durch diese multidimensionale Auffächerung wird der gewünschte Lernerfolg ganz präzise angesteuert.

Bei der Erstellung des EntreComp Referenzrahmens der Europäischen Kommission wurde auf den Youth Start-Referenzrahmen Bezug genommen, wodurch unsere Angebote ebenfalls mit EntreComp  kompatibel sind.

 

Entrepreneurship Schulen

Basierend auf den Schwerpunktsetzungen der Europäischen Union, des Österreichischen Unterrichtsministeriums und der Landesschulräte, die Entrepreneurship Education als besonders wichtige Bestandteile einer guten schulischen Ausbildung sehen, zielt die seit 2011 mögliche  Zertifizierung zur Entrepreneurship-Schule (ONR 42001) darauf ab, dem Schulstandort zu bestätigen, Entrepreneurship-Aktivitäten ganzheitlich, zielorientiert und langfristig im schulischen Alltag implementiert zu haben.Nachhaltige Entrepreneurship-Erziehung ist nur möglich, wenn sie in den Schulentwicklungsprozess integriert ist und von allen an Schule Beteiligten getragen und gelebt wird. Lernen bzw. Lehren müssen entrepreneurial geplant und gestaltet werden. 

Die Zertifizierung einer gesamten Schule umfasst Kriterien aus den folgenden Bereichen:

  • Aktivitäten an der Schule (A)
  • Basics für Lehrer/innen (B)
  • Organisatorischen Rahmen (O)
  • Zusätzliche frei wählbare Kannkriterien (K)

 

     

    Weitere Details zu den Entrepreneurship Schulen gibt es auf der Website des eesi-Impulszentrums, welches Schulen im Zertifizierungsprozess begleitet und schulinterne Lehrerfortbildungsseminare abgestimmt auf die Bedürfnisse der Schulen anbietet.