Was ist eine Schüler:innengenossenschaft?
Eine Schüler:innengenossenschaft ist eine realwirtschaftliche Lernfirma, die nach den Prinzipien einer Genossenschaft organisiert ist. Die Schüler:innen sind dabei
Mitglieder und Miteigentümer:innen,
demokratisch an Entscheidungen beteiligt und
aktiv in Planung, Umsetzung und Verantwortung eingebunden.
Begleitet von Lehrpersonen und Kooperationspartner:innen lernen und erleben sie, wie Wirtschaft funktioniert, hands-on, teamorientiert und wertebasiert. Sie übernehmen Verantwortung für alle Aufgabenbereiche: von der Entwicklung eines Geschäftsmodells über Produktentwicklung, Marketing und Organisation bis hin zum Vertrieb. Auf diese Weise erwerben sie ein fundiertes wirtschaftliches Verständnis und stärken gleichzeitig zentrale soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Eigeninitiative und Entscheidungsfreude.
Ein wichtiges Merkmal von Schüler:innengenossenschaften ist die Zusammenarbeit mit Partnergenossenschaften. Diese bringen fachliche Expertise durch Workshops und Exkursionen ein und wirken zudem in einem begleitenden Aufsichts- bzw. Beratungsgremium mit.
Schüler:innengenossenschaften in Österreich
Die Schüler:innengenossenschaften werden im Rahmen von Unterrichtsgegenstand wie Business Training oder als unverbindlichen Übungen gegründet und geführt. Sie üben eine reale Geschäftstätigkeit als schulbezogenes Projekt innerhalb eines definierten rechtlichen und organisatorischen Rahmens aus. Die Struktur orientiert sich an realen Genossenschaften: Die gesetzlich vorgesehenen Organe sowie die Prüfung durch einen Genossenschaftsverband sind integraler Bestandteil. Schüler:innengenossenschaften können klassen- und jahrgangsübergreifend organisiert sein und sind in der Regel auf mehrere Schuljahre ausgelegt.
Im Rahmen eines Pilotprojekts von vier berufsbildenden Schulen - der HBLA Forstwirtschaft Bruck/Mur, der HLBLA St. Florian, der Bundeshandelsakademie Völkermarkt und der HBLFA Wieselburg - wurde das bereits in Deutschland und Südtirol erprobte Konzept unter dem Projekttitel „Genossenschaft macht Schule“ initiiert.
Schüler:innengenossenschaften stellen keine Konkurrenz zu bestehenden Übungsfirmen und Mini-Unternehmen (Projekt Junior) dar. Vielmehr ergänzen sie diese als freiwilliges, schulbezogenes Projekt, das vom Engagement aller Beteiligten lebt.
Landkarte Schüler:innengenossenschaften in Österreich
Kooperative Ideen von Jugendlichen werden im Rahmen des NEXT GENERATION Awards gefeiert
GOLD bei der Europameisterschaft: Das Team „Curiosity Crates“ der Handelsakademie Bruck an der Leitha sicherte sich beim „Youth Start – European Entrepreneurship Award“ in Albanien Gold in der Kategorie „We grow together“ sowie zusätzlich den European Rotary Youth Award for Sustainability und den Audience Award. Das Siegerteam überzeugte mit seinem schulbezogenen Projekt „Curiosity Crates“, einer kreativen Forscherbox für Kinder, die spielerisch mit Experimenten Interesse an MINT-Themen weckt.
GOLD beim österreichweiten Bundesfinale: Das Team „FutureChange“ der Maygasse Business Academy entwickelt eine Plattform, die Jugendlichen den Zugang zu gesellschaftlichem und politischem Engagement erleichtert. Die Plattform bietet einen klaren Überblick über Workshops, Initiativen, Demonstrationen und Organisationen und dient als verlässlicher Kompass für junge Menschen, die etwas bewegen wollen.
Schüler:innengenossenschaft gründen
Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Projekt „Genossenschaft macht Schule“ haben, nutzen Sie den untenstehenden Fragebogen zur Kontaktaufnahme.
Warum Schüler:innengenossenschaften wichtig sind
Durch die Teilnahme erwerben Jugendlicht nicht nur betriebswirtschaftliches Know-how, sondern erleben auch demokratische Entscheidungsprozesse und nachhaltiges Wirtschaften. Die Projekte fördern eigenverantwortliches sowie kooperatives Lernen. Schulen profitieren von der engen Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und stärken dadurch das Praxisprofil ihrer Bildungsangebote.
Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gesellschaft
Die Arbeit in einer Schülergenossenschaft stärkt zentrale Zukunftskompetenzen wie zum Beispiel:
Entrepreneurial Mindset und Selbstwirksamkeit
Teamarbeit, Kommunikation und demokratische Entscheidungsprozesse
Finanzielle und wirtschaftliche Bildung
Nachhaltiges Denken und gesellschaftliche Verantwortung
Kreativität, Problemlösung und Reflexionsfähigkeit
Resilienz und Förderung der Ambiguitätstoleranz
Im Mittelpunkt steht nicht nur der wirtschaftliche Erfolg, sondern auch der Lernprozess mit Impact.
Die ARGE Kooperativ
Die ARGE Kooperation unterstützt Schulen und Lehrkräfte in ganz Österreich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung bei der Gründung und Begleitung von Schülergenossenschaften. Sie organisieret Fortbildungen und Vernetzungsformate für Lehrkräfte und Schüler:innen, fördert den Erfahrungsaustausch und setzt Impulse für das innovative Bildungsprojekt.
Kontakt aufnehmen
ARGE Kooperativ für Schüler:innengenossenschaften in Österreich
c/o IFTE Initiative for Teaching Entrepreneurship, Seilerstätte 5/8, 1010 Wien
Ansprechpersonen
Netzwerk: Dominik Böck dominik.boeck@bildung.gv.at
Fachdidaktik Lernfirmen: Susanne Spangl susanne.spangl@kphvie.ac.at
NEXT GENERATION Award: Johannes Lindner johannes.lindner@kphvie.ac.at
Advisory board der ARGE Kooperativ:
Partner
Zu den Partnern der ARGE Kooperativ zählen der Verein GenoBWF und seine Mitglieder
Österreichischer Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch)
Österreichische Raiffeisenverband
CoopVerband
Bundesrevisionsverband für gemeinnützige Bauvereinigungen.
