„Entrepreneurship bzw. Unternehmergeist ist die Fähigkeit, Ideen in die Tat umzusetzen. Dies erfordert Kreativität, Innovation und Risikobereitschaft sowie die Fähigkeit, Projekte zu planen und durchzuführen, um bestimmte Ziele zu erreichen.
Entrepreneurship hilft dem Einzelnen in seinem täglichen Leben zu Hause oder in der Gesellschaft, ermöglicht Arbeitnehmern, ihr Arbeitsumfeld bewusst wahrzunehmen und Chancen zu ergreifen. Sie ist die Grundlage für die besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse, die Unternehmer benötigen, um eine gesellschaftliche oder gewerbliche Tätigkeit zu begründen.“
– Europäische Kommission
 

Anders als beispielsweise „Management“ oder „Marketing“ zählt der Begriff „Entrepreneurship“ im deutschsprachigen Raum nicht zu den gängigen Begriffen. Es gibt auch noch keine einheitliche Definition, da einerseits die Disziplin relativ jung ist und andererseits einen sehr interdisziplinären Zustrom an Forschern aufweist.

Der Begriff ,,Entrepreneurship“ hat französische Wurzeln, seine heutige Bedeutung entwickelte sich vor allem im angelsächsischen Sprachraum. Entrepreneurship kann als „Unternehmergeist“ bezeichnet werden. Der Begriff Unternehmergeist steht für ein weites Spektrum an Haltungen. Dieses reicht von der Fähigkeit zu einem prozessorientierten und multidimensionalen Denken bis zur Fähigkeit, Chancen zu erkennen und eigenständig Ideen umzusetzen.

Ansätze der Entrepreneurship Education für Jugendliche

Im Schulwesen bestehen verschiedene Ansätze der Entrepreneurship Erziehung - derzeit insbesondere im Bereich der Sekundarstufe II. In den nächsten Jahren wird auch an der Stärkung in der Primar- und Sekundarstufe I gearbeitet, bzw. die Ansätze in der Sekundarstufe II verbreitert.

Die Ansätze reichen von der Verankerung der Entrepreneurship Erziehung als Unterrichtsprinzip in verschiedenen Lehrplänen, über didaktische Interpretationen bestehender Unterrichtsfächer - insbesondere den Wirtschaftsunterricht und das Projektmanagement - bzw. die Stärkung des Entrepreneurship Gedankens in der Übungsfirmenarbeit und neuen Unterrichtsfächern in Form von Ausbildungsschwerpunkten bzw. Wahlfächern (z. B. das Projekt Junior mit den Miniunternehmen), bis hin zum ambitionierten Modell Schumpeter Handelsakademie.

Das TRIO-Modell

Unternehmerische Haltungen entstehen nicht erst im Berufsleben, sondern entwickeln sich bereits in früheren Phasen der Sozialisation. Der Bildung kommt daher eine prozessverstärkende bzw. auslösende Position zu. In den neuen Lehrplänen der berufsbildenden Schulen wird Entrepreneurship als Unterrichtsprinzip (mit einem transversalen Zugang) und in vielen verschiedenen Unterrichtsfächern verankert. Im Zentrum steht die Förderung eines Entrepreneurial Mindset, das eine Denkweise und Haltung für die Entwicklung und Umsetzung von neuen Ideen fördert.

Entrepreneurship Education für Jugendliche beschränkt sich allerdings nicht auf ein Konzept „Jungunternehmer/innen-Kaderschmiede“, sondern stärkt ein Entrepreneurial Mindset, eine Einstellung, die das Verhalten in vielen Arbeitsaktivitäten und im Alltagsleben prägen kann. Durch Entrepreneurship wird gelernt, wie Jugendliche an der Gesellschaft partizipieren können – es ist daher ein Aufzeigen von Lebensperspektiven. Das von IFTE entwickelte TRIO-Modell der Entrepreneurship Education zeigt diesen Praxisbezug auf:

Ebene 1 / Entrepreneurial Core Education:

Unternehmerische Qualifikation im engeren Sinn: Gemeint ist eine ökonomischen Grundausbildung mit dem Ziel, den Schülerinnen und Schülern das Wissen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, um in einer sich ständig ändernden Berufswelt zu bestehen und bei Bedarf sich selbstständig machen zu können.

Ebene 2 / Entrepreneurial Culture:

Förderung einer Kultur unternehmerischen Denkens und Handelns: Gemeint ist die Neigung, etwas zu unternehmen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld. Soft Skills wie Kreativität, Risikobereitschaft und – bewusstsein, Zielorientierung, Teamfähigkeit werden in allen Gegenständen vermittelt. Stärkung einer Kultur der Selbständigkeit und Offenheit im täglichen Umgang

Ebene 3 / Entrepreneurial Civic Education:

Förderung einer Kultur der Mündigkeit, Autonomie, Eigenverantwortung und Solidarität auf der Basis einer öko-sozialen Marktwirtschaft. Nachhaltigkeit, Demokratiebewusstsein und Selbstreflexion sind wichtige Werte einer dynamischen Zivilgesellschaft; mündig Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit der Bereitschaft, eigenen Meinungen zu äußern, sind Ziel der Ausbildung.

Der Referenzrahmen für Entrepreneurship Education

Der Referenzrahmen für Entrepreneurship-Kompetenzen bietet eine Orientierung für den Prozess des Lernens über die verschiedenen Lernbereiche hinweg, es orientiert sich am Progession-Modell-Denken. Der Referenzrahmen für Entrepreneurship ist in Form von sechs Kompetenzniveaus formuliert und folgt damit der klassischen Aufteilung der Lernbereiche in Grund-, Mittel- und Oberstufe. Kompetenzniveau A beschreibt elementare, Kompetenzniveau B selbstständige und Kompetenzniveau C kompetente Entrepreneurship-Anwendung. Die jeweiligen Niveaustufen werden noch einmal in je eine höhere bzw. niedrigere Stufe aufgefächert, sodass insgesamt sechs Niveaustufen bestehen. Darin werden die Kompetenzen von Lernenden in Form von Kann-Beschreibungen (Can-Do-Statements) ausgeführt, welche Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sie entwickeln müssen.

Die Arbeit am Referenzrahmen wurde in der „Subgroup Future Learning“ – unter Koordination des Autors – der „Thematic Workgroup Entrepreneurship Education der Generaldirektion Bildung der EU-Kommission“ begonnen und in Österreich weiterverfolgt.

Schulkonzept Schumpeter

Im Rahmen der Schumpeter Handelsakademie wird Entrepreneurship Erziehung als ganzheitliches Prinzip interpretiert - d. h. quer durch verschiedene Unterrichtsfächer in Form des TRIO-Modells und als Instrument der Begabungsförderung bzw. der persönlichen Selbständigkeit eingesetzt. Weitere Informationen unter: www.bhakwien13.at