Schüler/innen lernen die Kunst des Debattierens

„Um miteinander debattieren zu können, muss man einander zuerst verstehen und über die selbe Sache reden“, erklärt Jakob Reiter. „Wenn wir jetzt alle an einen Baum denken, können wir immer noch nicht miteinander über das selbe Thema reden, denn ich denke an eine kleine Tanne und ihr denkt vielleicht an eine große Birke, dann reden wir alle aneinander vorbei“, führt Jakob aus. „Aus diesem Grund ist die erste Aufgabe einer Debattantin eine genaue gemeinsame Gesprächsgrundlage festzulegen.“

Das Gespräch bleibt jedoch nicht lange bei Bäumen. Bei einem brainstorming hinsichtlich der Vor- und Nachteile des Verbotes von Drogen, der Todesstrafe oder sogar der Demokratie werden die Schüler/innen schnell fündig. So angeregt wird die Diskussion, dass sich einige Schüler/innen am liebsten sofort in die Debatte stürzen würden, ohne überhaupt die Regeln zu kennen.

Auch wenn eine Debatte zu Beginn aufgrund ihrer vielen Regeln für manche eine große Herausforderung darstellt, wird schnell klar, dass am liebsten alle mitmachen würden. Alkoholverbot für Jugendliche, Wählen mit 16, Studiengebühren? Es gibt kein Thema zu dem die Schüler/innen keine Meinung haben. Aber so einfach ist es dann für einige doch nicht, weil sie bei der Debatte entweder der pro oder der contra Seite zugeteilt werden und die Seite entspricht dann nicht notwendigerweise der eigenen Meinung. Aber davon lässt sich niemand abschrecken, denn es geht ja darum, dass richtige Argumentieren, Präsentieren und Rede halten zu erlernen. Und um das zu erreichen, haben die Schüler/innen bereits den wichtigsten Schritt getan: sie sind aufgestanden und haben es versucht. Sie sind ein Wagnis eingegangen und wurden dafür belohnt, nicht mit einer guten Note oder dem Applaus ihrer Mitschüler/innen, sondern mit dem Gefühl etwas neues und aufregendes versucht zu haben und mit der Gewissheit, dass, auch wenn es beim ersten mal nicht so gut geklappt hat, sie das Ziel erreichen können, wenn sie nur weiter debattieren.